Google Street View Joke No. III: No foto? Send your adresses!

Google bietet Bewohnern der Städte, Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal bis zum 15.10.2010 an, ihre für Google Street View fotografierten Wohnplätze im Netz unkenntlich zu machen. Niemand hat es geschafft, Google davon abzuhalten, fremdes Eigentum abzubilden und online zu stellen. Nun muss der Bürger selbst dafür sorgen. Der deutsche Innenminister verweist im Interview mit der WAZ auf die Googlewebsite: “Ich kenne noch keine Details. Aber ich begrüße das Widerspruchsrecht, das Google einräumt.”

Beantragt man aber dort die Unkenntlichmachung des eigenen Zuhauses, muss Adresse und email-Adresse angegeben werden (am besten eine googlemail-Adresse). Das schreibt Google unter dem Unkenntlichmach-Button:

# Wenn Sie über diesen Dienst einen Antrag auf Unkenntlichmachung stellen, bestätigen Sie damit, dass Sie Eigentümer des von Ihnen angegebenen Gebäudes/Grundstückes sind oder dieses bewohnen.
# Da wir einem Missbrauch dieses Dienstes vorbeugen müssen, ist eine Verifizierung Ihrer Angaben erforderlich. Dazu schickt Google Ihnen einen Verifizierungscode an die angegebene Postanschrift sowie eine E-Mail mit einem zur Verifizierung benötigten Link. Über diesen Link können Sie den Vorgang abschließen.

© gsc

Was macht der User und Straßenbewohner, der mit diesem Doublebind konfrontiert wird: Wohnplatz photographieren lassen oder Google seine Adresse zuspielen? Er lässt fotografieren, springt und zappelt wie ein Irrer (selfblurring/unkenntlich machen), wenn die schwarzen Autos kommen und hofft, dass Google seinen email- oder Telefonverkehr nicht mitschneidet. Zu den Vorgänger-Street View Jokes, I und II, s. unten oder hier. Wer lacht über die Jokes am lautesten? Brin, Page und Schmidt in Mountain View (USA).


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Für welche digitalen Güter zahlen Onliner? 12 Argumente

Vermarkter von MMORPGs dürfen sich rühmen, Geschäftsmodellen zu folgen, die Endnutzern Preise abverlangen. Einige Spiele sind für Spieler so attraktiv, dass diese bereit sind, monatliche Gebühren dafür zu zahlen. Gezahlt wird zudem für virtuelle Schwerter, Kleidung oder Fahrzeuge, die Spiel- oder Prestigevorteile bringen. Auch für Musik sind Nutzer bereit zu zahlen. Doch sie zahlen nur dann, wenn ihnen eine Plattform die breite Auswahl und die rasche, unkomplizierte Lieferung garantiert. Beides bietet der iTunes Store von von Apple Inc.. Dieser beweist, ebenso wie der App Store von Apple, dass der Handel mit digitalen Gütern florieren kann. E-Paper, E-Book-, Foto- und Filmdownloadportale müssen jedoch erst noch demonstrieren, dass sie auch ihre Lektionen in Sachen Onlineökonomie gelernt haben.

Es ist möglich, mit dem Verkauf nicht materieller Güter und Dienste Geld zu verdienen. Denn es gibt Nutzer, die digitale Leistungen gegen Bezahlung in Anspruch nehmen. Nur müssen sie die Gründe dafür einsehen. Nutzer lassen nur dann Mikropayments von ihren Konten abbuchen, wenn ihnen eine Zahlung sinnvoll erscheint. Onlinegüter, -infrastrukturen oder –dienste müssen Nutzern sinn- und wertvoll erscheinen. Die Zahlungsbereitschaft liegt also in den Angeboten selbst begründet. Folgende Argumente beschreiben, was aus Kundensicht wertvoll an Onlineleistungen sein kann und Nutzer davon überzeugen können, zu zahlen. Sie sind Versprechen, die allerdings einzulösen sind.

1. Qualitätsargument
Software, Filme, Computerspiele, E-Books, Hörspiele, Onlinefachzeitschriften Geld sind Nutzern dann etwas wert, wenn sie teuer produziert, hochwertig und aktuell sind. Das ergaben Umfragen der Autorin mit deutschen Studenten im Alter von 18 bis 26. Fakt ist, dass die Qualität raubkopierter Musik und abgefilmter Kinofilme unvergleichbar schlechter ist als die Daten, die über legale Börsen (gegen Zahlung) bezogen werden. Webangebote müssen eine gewisse Qualität aufweisen, damit Nutzer dafür Überweisungsprozesse in Gang setzen. Kriterien für Qualität können neben einer hohen Auflösung oder Aufnahmegüte auch sein: Aktualität (Echtzeitargument), Schnelligkeit, Ubiquität, Handhabbarkeit, Kapazität, die Verlässlichkeit der Bezugsquelle, Exklusivität (Exklusivitätsargument) oder Personalisierung (Maßschneiderungsargument), also die individuelle Anpassung einer Onlineleistung an Nutzerwünsche. Orientierung bieten etwa Gütesiegel, Kritiken, Bewertungsschemata und Rankings von Fachautoritäten oder Privatnutzern sowie Marken, die Qualität verheißen.

2. Einsparargument
Liefert ein Onlineanbieter ein kostenpflichtiges Angebot preisgünstiger als ein anderer Online- oder Offlinekonkurrent, so hat er große Chancen, die preisbewussten, aber zahlwilligen Kunden für sich zu gewinnen. Beispielsweise kosten Gespräche ins internationale Festnetz- und Handyanschlüsse über eBays Telefonangebot SkypeOut weniger als herkömmliche Anrufe über das Telefon- oder Mobilfunknetz. Das könnte Onliner zur Wahl der günstigen Netztelefonievariante veranlassen.
Werbefreiheitsargument
Anbieter, die sich über Endnutzerpreise refinanzieren, müssen ihre Werbekunden weniger bemühen. Wenn Nutzer zahlen, können sie davon profitieren, dass sie nicht als Zielgruppe für Werbemaßnahmen missbraucht werden. Xing bietet den Premiumkunden über sein Abopaket werbefreie Webseiten an.

3. Sicherheitsargument
Den Schutz ihrer Privatsphäre in geschlossenen Communities lassen sich Nutzer etwas kosten. Bezahlt wird dafür, dass nur bestimmte Nutzer, etwa diejenigen, die dank vorheriger Registrierung dem engen Freundesnetzwerk angehören, Zugang zu dem eigenen Communityprofil erhalten. Betreiber von Partnerschaftsplattformen schlachten den Wunsch ihrer Kunden nach Anonymität finanziell aus. Sie bieten Diskretion in geschlossenen Systemen gegen Abonnementzahlungen an.
Das Sicherheitsargument bezieht sich auch auf die Bezahlung selbst. Nur wer die Onlinebezahlmethoden, etwa Mikropaymentsysteme, als sicher akzeptiert, wird diese nutzen, um für Webleistungen, wie Musik oder Filme zu bezahlen. Das Sicherheitsversprechen ist neben dem Qualitätsversprechen das von Nutzern am lautesten eingeforderte.

4. Kontinuitätsargument
Eigentümer von E-Mail-Konten, von Profilen in Communities, von Informationen oder Softwareupdates sichern sich via Bezahlung, etwa über Abonnements, eher die dauerhafte Inanspruchnahme und den jederzeitigen Zugriff, als würden sie dafür nicht bezahlen. Die Gegenpartei hat dann die Pflicht zu liefern. Sie kann somit das Angebot nicht einfach ungeschoren von heute auf morgen einstellen, wie es im Web durchaus vorkommen kann (Frienster). Auch Anbieter wie Google oder Facebook könnten ihre Gratiskonten jederzeit schließen, denn sie gehören den Nutzern nicht wirklich. Durch die Zahlung von Gebühren jedoch entstehen den Nutzern gesetzliche Ansprüche auf die Versorgung mit dem bezahlten Angebot. Die Bezahlung macht aus dem Gebrauch von Onlinediensten und Content einen Leistungstransfer, wobei das Webangebot zum Vertragsgegenstand wird.

5. Tandemargument
Eine andere bekannte Strategie aus der physischen Wirtschaft lautet: Kaufe eins, nimm ein anderes umsonst mit. So hat das US-Unternehmen Gillette Rasiergerätschaften verschenkt, um seine Klingen an die Männer zu bringen. Um 1900 herum erfand der Kaufmann namens King Camp Gillette die dünne, preiswerte Rasierklinge, die bei Stumpfheit ohne Reue weggeworfen werden konnte. Da seine Wegwerfklingen auf wenig Gegenliebe stießen und Gillette sie zu Preisen unter den Kosten verkaufen musste, entschied er sich dazu, die Rasiergriffe zu verschenken und die Kosten über höhere Klingenpreise wettzumachen, da die Griffe ohne Klingen wertlos waren. Die Rechnung ging auf. Nach einigen Monaten hatten sich die Kosten für die Gratisrasierer amortisiert, und Gillette erreichte die Gewinnzone. Die Idee, ein Tandemprodukt aus einem Gratis- und einem Bezahlprodukt zu bilden, führte zu einem Wettbewerbsvorsprung und machte ihren Erfinder reich. Gillettes Unternehmen dominierte lange Zeit den Rasierermarkt, da der Geschäftsführer die Gratismentalität seiner Kunden korrekt eingeschätzt hatte.
Onlineunternehmer, die versuchen, das Tandemprinzip auf ihre Internetdienste zu übertragen, haben das zentrale Problem, ein rechtlich geschütztes, unkopierbares, verkaufbares, digitales Produkt zu entwickeln, ohne das ein anderes digitales Produkt für den User wertlos ist. Ein erfolgreiches Onlinetandem ist das Updatemodell. Ein Basisgut, zum Beispiel Software, wird verschenkt und für Zusatzleistungen wie Verfeinerungen, Personalisierung und sonstige Extras soll gezahlt werden.

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Bei Games kann die Grundstruktur, das Spiel selbst, gratis sein, und Bezahlen lässt man Spieler für Items, Kleidungsstücke, Ausrüstung oder Fortbewegungsmittel. Wer mit Grundlagegeschenken an einen Standard gewöhnt wurde, bleibt oft treuer Kunde und bezieht Updates, Zusatzausstattungen oder Upgrades beim Anbieter des Tandemmodells.

7. Einzigartigkeitsargument
Außergewöhnliche und einzigartige Onlinegeschäftsmodelle, die keiner oder nur wenig Konkurrenz unterliegen, können sich ihre Sonderstellung am Markt finanziell zunutze machen. Zum Beispiel sind Nutzer bereit, für die Personensuche innerhalb von normalerweise geschlossenen Communityplattformen oder mittels Fotoscans zu zahlen. Auch das Bezahlangebot von Klingeltönen hat ein Alleinstellungsmerkmal. Da Klingeltöne zudem den Vorteil haben, nur minimale Preise aufzuweisen, werden sie von Massen an Kindern und Jugendlichen weltweit nachgefragt.

8. Zusatzleistungs- und Mehrwertsargument
Zahlangebote, die von einer Leistung, die wie ein Geschenk anmutet, begleitet sind, erfahren Akzeptanz bei Nutzern. So profitieren Monatszahlungen leistende Premium-Mitglieder in Communities beispielsweise von Sonderfunktionen wie erweiterten Suchfunktionen oder iTunes-Kunden von praktischen Katalog- und Archivierungsfunktionen. Auch Linklisten, synthetisierte Datensätze statt nackter Einzeldaten oder die Offerte, dass Nutzer auf verbilligte Angebote aus Partnerschaftsnetzwerken zurückgreifen können, sind vielen Nutzern die Preise wert.

9. Exklusivitätsargument
Unikate und von Spezialisten angebotene, einzigartige Sonderleistungen haben Chancen darauf, Zahlwillige anzuziehen. Auch der exklusive Zugang zu Inhalten oder zu Verkaufsplattformen, die einem besonderen Nutzerkreis, Preisnachlässe auf ausgewählte Güter gewähren, verwirklichen das Exklusivitätsversprechen.

10. Echtzeitargument
Ultraschnelligkeit, die Übertragung von Informationen, Daten oder virtuellen Gütern in Echtzeit auf die fixen oder mobilen Plattformen der Nutzer, können ein Verkaufsargument darstellen. Der Nutzer profitiert von der Exklusivität, als einer der Ersten, etwa bei Entstehung oder ummittelbar nach Paketierung der Leistung, beliefert zu werden. Er könnte daraus berufliche oder private Vorteile ziehen, für die er zu zahlen bereit wäre.

11. Maßschneiderungsargument
Nutzer zahlen für wunschgemäß und individuell zusammengestellte Web-Leistungen. Die Wünsche können dabei entweder vom Nutzer direkt kommuniziert oder z. B. via Cookies ausgelesen werden. Musik- und Filmdienste profitieren von Maßschneiderdiensten ebenso wie Personensuchdienste oder Services für Eltern, die die Community-Profile ihrer Sprösslinge nach Schlagwörtern wie Gewalt, Sex und Alkohol absuchen lassen.

Maslow´sche Bedürfnispyramide

12. Triebargument
Warum wurde im WWW lange Zeit das meiste Geld für pornographische Bilder und Filme sowie für Chat- und sonstige virtuelle Sexdienste gezahlt? Nicht nur, weil es hier exklusive Inhalte aus allen Winkeln der Erde und der Körper gibt, sondern auch, weil Nutzer mit Web-Pornoangeboten natürliche Triebe befriedigen, ähnlich wie mit Web-Spielen, etwa Poker oder Wetten. Wir befinden uns mit dem Sextrieb auf der unteren Bedürfnisstufe der Maslow-Pyramide, auf der auch Hunger und Durst angesiedelt sind. Zur Triebbefriedigung geben Menschen, meist Männer, mehr Geld für Onlinepornographie als für Onlinezeitungsabos aus. Der Zugang zu Sexfilmen und zu Onlinespielen erscheint ihnen dringlicher als der zu einem Wirtschaftstext aus dem FAZ-Archiv.

Die zwölf Argumente funktionieren nicht als bloße Lippenbekenntnisse. Sie müssen in Taten, in sinnhafte Onlineprodukte und –services, verwandelt werden. Sobald Nutzer die Vorteile bestimmter digitaler Leistungen wahrnehmen, tolerieren sie die Preisforderungen und revanchieren sich mit Zahlung.

Quelle:
Unter Nutzung des Kapitels: „PayPeers: Zahlwillige“, in: Gisela Schmalz (2009). No Economy – Warum der Gratiswahn das Internet zerstört. Frankfurt am Main: Eichborn Verlag.

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Die Kompetenzen der Internetkompetenz

© gsc Oberholz, Berlin

  1. Werkzeugkompetenz: praktisches und theoretisches Verständnis der aktuellen digitalen Technologien, der Hard- und Software, um diese zielführend einzusetzen.
  2. Adaptionskompetenz: Fähigkeit, neue Soft- und Hardwaretechnologien zu verstehen, eine intelligente Auswahl zwischen ihnen zu treffen, mit ihnen umgehen zu erlernen und womöglich deren Weiterentwicklung zu betreiben.
  3. Quellenkompetenz: Einschätzungsvermögen der Güte von Format und Herkunft von Netzdaten sowie Wissen über den Zugang zu Quellen von Qualität.
  4. Sozialkompetenz: a) Verständnis der gesellschaftlichen Bedeutung digitaler Technologien und Inhalte, b) Verständnis sozialer Dynamiken im Netz und ihren Auswirkungen.
  5. Kritikfähigkeit: Distanz zu den neuen Technologien, um Qualität und Nichtqualität, Nutzen und Aufwand sowie Chancen und Risiken abwägen zu können.
  6. Ökonomische Kompetenz: Wissen über die ökonomischen Zusammenhänge im Netz, Einschätzung der Kosten digitaler Leistungen, Kenntnis von Geschäftsmodellen, Fähigkeit zu eigenem Wirtschaftshandeln.
  7. Ethische und rechtliche Kompetenz: Grundlagenwissen zu u. a. Menschenrechten, Urheberrechten, Wirtschaftsrechten und über Gesetzesentstehungsprozesse unter Einsatz neuer Technologien.
  8. Kreative Kompetenz: a) Anwendung technologischer, graphischer etc. Werkzeuge, um Ideen in digitale Form zu bringen, b) Fähigkeit zum Aufbau und zur Pflege kreativer Netzgemeinschaften, c) Kenntnis und Einschätzung der Onlinekontexte zur Einbettung eigener Werke, d) Geschäftsmodellierung.

Quelle: Gisela Schmalz (2010): Wie nachhaltiges Digitales Wirtschaften gelingt. In: Burda, H./Döpfner M./Hombach, B./Rütters J. (Hg.): 2020 – Gedanken zur Zukunft des Internets. Essen: Klartext Verlagsgesellschaft. S. 97-103.

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How to keep a secret in the digital age – in 13 steps

Companies like Apple, Facebook or Google among many others collect user data and sell them to third parties. Enterprises like Pipl, Jigsaw, EntityCube or Yasni, specialized in finding digital information about human beings, are building strong businesses around personal data transfer. Such data collectors store individuals’ information, sell them to whoever is interested and paying. Sellers and buyers don´t give a damn about privacy. Nevertheless free floating information could not only damage a person´s reputation, but also threaten her real life.

© gsc

Can individuals if at all avoid to be digitally tracked - how?

In case you don´t want to be bombarded with digital ads, if you want to guard yourself from tax or customs authority, if you need to hide from your jealous wife or if you have to protect your life from an ex-boss or an online-date, that shaped up as an offline killer….

a) use the following steps one after the other or b) go straight to step No. 13 or c) (even better, but much more stressful) go straight to step No. 1A:

1.    Don´t use payback cards.
2.    Don´t use credit cards.
3.    Remove the batteries from your mobile devices.
4.    Stay away from virtual communities like Facebook, LinkedIn, WOW and all the others.
5.    Don´t expose yourself to people that carry a camera with them, they might use it and post your portrait on a virtual community.
6.    Don´t talk or send mails to people that use the internet, they might post your spoken or written words.
7.    Don´t use Google.
8.    Don´t use the internet or other virtual spaces.
9.    Don´t hang out at zones that are under video surveillance.
10.    Don´t live at places, that are exposed to photographers on foot or on wheels, they might post pictures of your home on the internet.
11.    Hide in the forest.
12.    Don´t let onliners know, that you hide in the forest, they might find you and then take pictures of you and your den or tree house to post them on the internet.
13.    Stay in the forest and if you should need living friends, befriend the animals, foxes, mice or crocodiles (creatures, that don´t post data of you and about you on the internet yet).

Spreading digital personal data is a huge and growing business. If it´s not your kind of business, read the above mentioned steps again.

If it´ s your business, get enough venture capital and take solution No. 1A:

1A. Start your own data sucking company such as Apple, Facebook or Google…

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Google Street View Joke No. II

Subtitle: Blame it on the engineer

Since April 2010 we all knew, which data the Google cars are really collecting. They collect not only a) photos to build Street View, the Google 360 degree street level maps, and b) 3-D geometry data to improve Google maps but also c) WiFi network information like SSID information and MAC addresses.

In Mai 2010 Google itself found out “that we have been mistakenly collecting samples of payload data from open (i.e. non-password-protected) WiFi networks.” Uuups, how could that little mistake have happened?

© gsc

In it´s blogpost called Update this May Google blames it on an engineer working on an experimental WiFi project in 2006, who “wrote a piece of code that sampled all categories of publicly broadcast WiFi data.” Against Google´s will this bad-bad code seems to have been included within the software, that was supposed to collect basic WiFi network data, p.e. via black oder coloured Google cars. In its blog Google stresses, that it´s project leaders had no intention of using payload data, and that this data was “never used … in any Google products.”

By blogging so frankly Google seems to follow the transparency dogma. But would Google have confessed it´s payload data collecting lapse, if Prof. Dr. Johannes Caspar (Hamburgischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit) would not have asked his detailed questions concerning the subject and if he would not have insisted on answers?

Whatever - the official Google blog post seems to feed the world with everything it wants to know about Street View. By blogging it´s mistakes and excuses Google does not look evil, but like a transparent company, that “works hard to earn your trust”. Reading the homemade Google words we learn once more, that Google has two big and brilliant brains, the first one is the technical and the second one is the marketing brain. So far so fine, but it not possible to erase grave privacy infringements by focussing on details and by marginalising irregularities.

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Google Street View Joke No. I

Google´s corporate slogan “don’t be evil” was suggested by Paul Buchheit and Amit Patel, two Google employees. As the colourful Google logo does, the slogan underlines the friendly innocence of a company that counts net income mainly from online advertising of $ 6.5 Billion in 2009 and stores a vast number of user data, used to do succeed in its business. Now Google wants to enter Germany’s streets with cameras on cars that shoot pictures of every street to display them online. Google Street View was first introduced in the United States in 2007 and only covered areas in the US. Since 2008 it expands to the world. Since many Germans seem to be reluctant to let their streets being photographed by cameras on black Google cars, Google uses its old trick. It lulls the Germans with a colourful campaign.

cebit 2010 gsv © gsc

At Cebit 2010 the unevil company exhibits nothing but three cars with cameras on their roofs painted by Miami Ad School-students in colours that remind the Google logo. The cars are there to soft-pedal Germans problems with pictures of shops, houses, cars and people in their neighbourhoods. The lulling seems to work, since Cebit visitors take pictures of the cars, like I do (see above).
… and I approach a girl with the Google logo on her black shirt to get an idea of the car gag. “It is because people are afraid of the black cars in their street, we painted them.” “What?” “Yes people don’t like the black, so now they are multicoloured.” O.k., so Google thinks people are stupid…? I go to a man with a beard in private clothes, who is one of the brains behind the campain. The chat with Mr. G. from Picture, a creative agency based in London, unveils more sophisticated aspects of the car thing. His message: “Google is innovative, if others don’t do it, Google does it.”  Damned right. What’s also right: “If I don’t protect my privacy, nobody does.” So drive away your colourful cars and take pictures of yourself with your cameras. Black or coloured, evil or not evil. We would use our own cameras, if we wanted photos of our streets.

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Die Welt ist flach/3Sat-Sendung “Scobel”

Fernseh-Programmhinweis:

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Am 4.2.10  diskutierten bei 3Sat Gert Scobel, Constanze Kurz, Frank Schirrmacher und Gisela Schmalz über das Thema: Die Welt ist flach (Chancen und Risiken der digitalen Veränderung). Hier ist die Sendung zu sehen.

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Augenwischerei-Pads - die überflüssige Renaissance des Physischen

Apple bringt also dieses glatte Ding, erst Tablet, jetzt Pad genannt, für 499 bis 699 $ (EU wie $) auf den Markt, das aussieht wie ein iPhone mit der Lupe betrachtet. Es kann digitale Fotos, Videos, Musik, Spiele und E-Books verarbeiten. Man sollte jedoch nicht versuchen, es ans Ohr zu halten oder es anzureden, um zu telefonieren, bevor man nicht selbst zuvor Skype aufgespielt hat.

iPad-Quelle: Apple

Der Witz ist sowieso nicht das Gerät selbst, jedenfalls nicht lange, da Apple gewiss schon ein iPad nano, iPad pro oder iPad power oder wie die Apple-Nachsilben alle heißen, in petto hat. Der Witz ist das eingebaute Geschäftsmodell. Mit dem vermeintlich coolen Tisch- und Traggerät pflanzt Apple sich einen eingemauerten Garten, einen Walled Garden, bei dem digitale Inhalte an ein physisches Gerät gebunden werden. Mit den Software-Hardware-Paketen iTunes-iPod, iTunes-iPhone und App-Store-iPhone bestellt Apple bereits florierende Gärten mit Musik, Videos und Apps, die nicht nur direkte Wettbewerber von der Inhalte-Wertschöpfung ausschließen.

Der aus dem Hardwaregeschäft kommende Konzern Apple erschließt sich mit dem iPad nun auch den Buchmarkt und grätscht dabei zunächst in den Kindle-Garten von Amazon. Während Amazon digitale Bücher zum Preis von maximal 9,99 $ anbietet und beträchtliche Provisionen einbehält, lockt Apple Autoren und Verleger mit Preisen von bis zu 14,99 $ pro Buchdownload und verspricht 70-prozentige Abgaben für Urheber. Zieht Apple die Inhaltelieferanten damit in seinen iPad-Garten, könnte das den Kindle-Garten von Amazon dauerhaft vergiften. Apple würde blühen und blühen und eines Tages in anderen Gärten (Onlineplattformen) nicht mal mehr Gras wachsen.

Genau vor einem Jahr machte ich mit dem Text „Spielplatz oder Marktplatz“ bereits auf das Problem der Höherbewertung physischer Güter im Vergleich zu immateriellen Gütern aufmerksam. Menschen bezahlen eher für Gimmicks wie den Nindendo DS, die Xbox 360, das Kindle, das iPod, iPhone oder iPad, statt für digitale Texte, Bilder, Töne oder Filme. Wer die Urheber von Webinhalten überhaupt entlohnt, zahlt bloß winzige Preise, deren Hauptanteile aber schon heute meist großen Downloadplattformen wie Apple oder Paymentanbietern wie eBay (Paypal) zufließen. Als Softwarebereitsteller, Geräteproduzenten und Gartenwächter verdienen sie weit mehr als Urheber, die immaterielle Informations- und Unterhaltungsarbeit leisten.

Dabei ermöglicht das WWW doch weit innovativere und urheberfreundlichere Handelsstrukturen als die Offlinewelt sie kennt, darunter das Ausklinken der Zwischenhändler. Das WWW und die hier verfügbare Vermarktungs- und Bezahlsoftware bietet Journalisten und Künstlern direkten Zugang nicht nur zu Lesern, Hörern und Zuschauern, sondern auch zu Kunden. Doch leider ist ihnen das WWW als direkter Distributionskanal verstellt, da sie, sobald es ums Zahlen geht, auf die Ignoranz der Nutzer stoßen. Wer als Künstler nicht im iTunes-Store vertreten ist, ist von der digitalen Nahrungskette und vom Geld der Nutzer weitgehend abgeschnitten. Viele geistige Arbeiter sind daher gezwungen, sich jenseits des eigentlich offenen Gartens WWW in der physischen Welt abzustrampeln, auf Konzerttouren oder iPad (ehemals Buch-)Lesungen oder in berufungssfernen Feldern, beispielsweise als Verkäufer in Geschäften, die iPods oder iPads feilbieten.

In „Spielplatz statt Marktplatz: Gratisweb“ schrieb ich bereits über die Folgen dieser Augenwischerei-Pads für die Urheber und die Nutzer, die sich mit ihrem kurzsichtigen Gratis- oder iTunes-Konsum selbst vom freien Datenzugang im WWW abschneiden:

In seinem Buch „The Future of the Internet and how to stop it“ warnt der amerikanische Rechtsprofessor und Anwalt Jonathan Zittrain vor solchen ummauerten Gärten. Spielzeuge wie das iPhone, der BlackBerry, die PlayStation und fest zu diesen Geräten gehörige Applikationen, verhinderten, dass Nutzer Software und Content selbst aktiv mit gestalteten und verbesserten. Er spricht in dem Zusammenhang vom Tod des Internet. Das kreative Chaos, das im Web herrsche, würde durch feste Installationen auf Geräten abgetötet. Die Renaissance des Physischen stellt einen Rück- und keinen Fortschritt dar. Gratisanbieter und Gratisnutzer verspielen die wertvolle Gelegenheit, sich für die Chancen einer Web-Ökonomie zu öffnen. Sie arbeiten der Entwicklung zu einer mobilen, globalen Zukunftsgesellschaft entgegen, wenn sie bloß für materielle Güter oder daran gekoppelte Produkte Preise tolerieren, für Web-Leistungen jedoch nicht.

Eine neue Gesellschaft entledigt sich des physischen Ballasts und vermeidet es, unter hohem Ressourcenaufwand technische Apparate zu produzieren, die eines Tages verschrottet werden, um neue Produktionen anzukurbeln. Das WWW ist die umweltfreundlichere, schlankere und elegantere Alternative zur Geräteherstellung. Insbesondere, wenn es darum geht, informierende und unterhaltende Inhalte zu transportieren, ist das WWW unschlagbar in seiner Schnelligkeit, Kostengünstigkeit und Speicherkapazität. Wer braucht noch Festplatten, DVDs oder CDs, wenn das WWW alles von überall und jederzeit abrufbar bereithält. Ein festes oder ein mobiles Gerät mit Online-Zugang reichen aus, um digitale Güter zu transportieren. Datenträger sind nur überflüssige Zwischenspeicher. Wer geschlossene Gärten, also Software-Hardware-Gefängnisse, propagiert, verrät außerdem die Tugenden des WWW, Flexibilität, Offenheit, Vernetzung, Interaktivität. Wer nicht auch für digitale Leistungen zu zahlen bereit ist, beraubt sich langfristig der Möglichkeit unkompliziert über das Web auf sie zugreifen zu können. Christian Stöcker /Der Spiegel verweist darauf, dass “Torwächter”-Unternehmen für die mobile, digitale Welt bereits gelernt haben, wovon ja deren App-Politik zeugt.

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Die Netzgesellschaft

Frankfurt, LPR

Statt rückwärts zu blicken, feierte die LPR Hessen ihr 20jähriges Bestehen am 4. November 2009 mit einem Blick in die Zukunft. Keynotespeaker Peter Kruse, Psychologieprofessor und Unternehmensberater aus Bremen, sprach davon, dass die Netzwerkkompetenz künftig die Medienkompetenz ablöse. Darin, dass man dem Internet und selbst seinen teils negativen Auswüchsen mit den Werkzeugen der Rundfunkaufsicht nicht beizukommen vermag, waren sich die Teilnehmer der anschließenden Debatte einig. Zum Thema „Revolution 2.0“ diskutierten die Medienökonomin Gisela Schmalz, die Kommunikationswissenschaftlerin Ingrid Paus-Hasebrink, Ulrike Reinhard, Mitinitiatorin der Plattform DNAdigital, Ibrahim Evsan, Mitbegründer der Videoplattform sevenload und LPR-Direktor Wolfgang Thaenert. Auch Ministerpräsident Roland Koch äußerte in seiner abschließenden Rede, dass die Kontrolle durch die Landesmedienanstalten schwieriger werde. Er schrieb ihnen jedoch während der Übergangszeit eine wichtige Vermittlerrolle zu.

In den Einzelinterviews mit Peter Kruse (ab Min. 1,30), Wolfgang Thaenert (ab Min. 8), Roland Koch (ab Min. 19), Gisela Schmalz (ab Min. 20,30) oder Ibrahim Evsan (ab Min. 22) kommen die unterschiedlichen Standpunkte der Podiumsteilnehmer deutlich heraus.

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Hände weg, Vater Staat

Einige deutsche Medienkonzernlenker wehren sich gegen die Restrukturierung ihrer Geschäfte und ihrer Geschäftsmodelle. Sie fordern alternierend neue Gemas, Leistungsschutzrechte, Steuererleichterungen für den Medienkonsum oder erwägen gar die Kulturflatrate. Mit  ihrem Widerstand gegen die Netzlogik und ihrem Griff nach Instrumenten aus uralter Zeit gefährden sie ihre Unternehmen und ihre Mitarbeiter, statt sie zu schützen, indem sie sie digital sattelfest machen. Die digitale Technologie und deren Nutzer, die einst ihre Kunden waren, laufen ihnen davon. Das liegt aber nicht an der Technologie, sondern an ihrer Ignoranz gegenüber der Nutzergemeinde und ihrer Zeitschinderei durch den Ruf nach Vater Staat.

© gsc

Medienunternehmer sollten die Nutzer und die neuen Technologien herzlich umarmen, End- und Werbekunden als Partner einbinden, Abendschulkurse im Programmieren belegen und mit Entwicklern oder Technikunternehmen kooperieren. Medien- und Onlineunternehmen, die mit zeitgemäßen Produkten, Plattformen und Preismodellen experimentieren, wären dabei taugliche Vorbilder. Während das Wallstreet Journal mit fachspezifischen Inhalten Geld einnimmt, bieten USA Today, Burda und seine US-Partner mit Glam oder die WAZ-Gruppe mit Der Westen ihren Abonnenten und anderen Interessenten Plattformen an, die es erlauben, Artikel, Kommentare und Bewertungen zu verwalten und mit anderen Nutzern in Kontakt zu treten. Die New York Times mutiert zum Technologieentwickler, erfindet Inhalte-Aggregatoren und testet sie zusammen mit ihrer Leserschaft. Paid Content funktioniert bei so manchen Film- und Musikportalen. Konkurrenz und zugleich Vorbilder für Medienunternehmen sind nicht nur Projekte aus den eigenen Branchen, sondern auch originär digitale Phänomene wie huffingtonpost.com, iBrattleboro.com, ohmynews.com oder GoogleNews, die Qualitätsinhalte liefern oder Inhalte zu Appetithäppchen bündeln. Auch Gamepublisher und Onlinespiele-Anbieter gehören zu den Wettbewerbern, von denen sich lernen läßt. Ihnen gelingt es mittels eigener Ideen und Ideen aus ihrer Zielgruppe, nicht nur die (zahlende) Zielgruppe selbst, sondern auch Werbekunden oder Sponsoren an sich zu binden.

Inhalteanbieter müssen sich zu den Nutzern vorbewegen. Sie haben die dringende Hausaufgabe auf dem Tisch, ihre Produkte an Onlinetechnologien, Plattformen und Bezahlsysteme anzudocken, sowie Widgets, Apps oder Items zu implementieren. Auch hier ist die Einbeziehung der Nutzer wieder die wichtigste Erfolgsvoraussetzung. Erstens können im Dialog die Bedürfnisse der Nutzer ausgemacht werden, zweitens von ihnen Ideen oder Technologien eingesammelt werden, und drittens richtet sich die Entwicklung von Anfang an auf die Nutzer aus. So kann bei der Definition von Produkten und Preisen optimal auf die Kundenbedürfnisse eingegangen werden, was langfristige Beziehungen aufbauen hilft. Unternehmen sollten Fangemeinden um sich scharen und Kunden nicht mit Gesetzesdrohungen oder Zwangsgebühren verschrecken. Warum den Staat zwischen sich und den Nutzer stellen, wenn man ihn mal eben über das Netz kontaktieren kann?

Einfach wird es für Medienunternehmer nicht, originelle Mixmodelle zu zimmern, mit denen sich aus Content, Kontext und Nutzern größtmöglicher Wert schöpfen lässt. Wer aber an den Zielgruppen vorbei operiert, schaufelt sich sein Grab. Das dürfte bekannt sein, seit der Satz “Der Kunde ist König” jedes Marketingbuch veredelt. Beim Abfassen aller Geschäftspläne muss die Sinnhaftigkeit für die Nutzer federführend sein.

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Kultur? Flatrate? Eine 3sat-Diskussion

Das Internet und die Kulturflatrate: Im Buchmesse-”Studio” von 3sat begrüßte Cécile Schortmann am 16.10.2009 vier Gäste, die sich intensiv mit den Vor- und Nachteilen der Idee auseinandersetzen: die Medienökonomin Gisela Schmalz, den Schriftsteller Burkhard Spinnen, den Verleger Günter Berg, Geschäftsführer von Hoffmann und Campe und den Journalisten Wolfgang Michal.

Gespräch Teil 1: hier herunterladen.

Gespräch Teil 2: hier herunterladen.

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Freiheit statt Angst – Demonstration in Berlin

Jede Woche ist das Nadelöhr zwischen Philharmonie und Bundestag, also das Areal Potsdamer Platz in Berlin, mindestens zweimal gesperrt. Am Samstag, dem 12.9.9 ist die Straße wieder zu. Diesmal fährt kein Staatsgast hindurch und auch kein wichtiger deutscher Politiker, sondern Bürgervertreter beanspruchen diesen heiligen, straßengesperrten Ort mit allen Polizeikräften drum herum, die sonst nur Politikern vergönnt sind. Bürgerrechtler aus Deutschland und anderen Ländern sowie Mitglieder von Verbänden und diverser Parteien, darunter von den Grünen, der FDP und der Piratenpartei demonstrieren gegen die Überwachung und Datenspeicherung durch den Staat und Unternehmen. Ihr Motto heißt etwas pathetisch „Freiheit statt Angst“, was für Nichtsahnende vielleicht verwirrend ist.

Von fern am kenntlichsten sind die orangefarbenen Fahnen der Piratenpartei. Das liegt gewiss daran, dass diese auffallend oft schwarz tragenden und (für Parteifunktionäre) auffallend jungen Fahnenschwenker, die sich Privatsphäre und Datenschutz eben auf diese Fahnen geschrieben haben, zuhauf angereist sind.

Piraten GS Berlin 12.9.9

Die Piraten treten für eine weitgehende Freiheit der Bürger und so auch für die Freiheit im Netz an. Zu Recht setzen sie sich gegen den Sicherheitswahn öffentlicher und privater Organisationen ein, welche argumentieren, Daten zu sammeln, um Bürger zu schützen. Doch wovor sollen deutsche Bürger geschützt werden? Vor Kriminalität hört man von (Noch-)Regierungsseite und gibt wertvolle Steuergelder für unsinnige und freiheitsbeschränkende Überwachungstechnologien und –strukturen aus. Macht man das, weil die Amerikaner das mit dem Speichern auch machen? Versucht man, mit ähnlicher Angstmacherei vor Terroristen, anderen Fremden und noch ungeahnten Übeln wie sie die US-Regierung unter Bush betrieb, die Deutschen einzuschüchtern, damit sie ihre Daten von selbst ausliefern? Wieso sollten Bürger, daran interessiert sein, ausspioniert zu werden? Vielleicht sollten Polizei, Geheimdienste, Militär und Politik mal genauer arbeiten und gezielt identifizieren, von wem es sich lohnt, Daten zu haben. Willkürliche, flächendeckende Vorratsdatenspeicherung braucht nicht nur Deutschland nicht.

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Kulturflatrate: Thomas Brussig, Monika Griefahn, Sascha Lobo, Hans-Joachim Otto und Gisela Schmalz diskutieren

Der Berliner Autor Thomas Brussig, der sich vor allem mit dem Drehbuch für den Film “Sonnenallee” einen Namen gemacht hat, hat eine Lanze für die derzeit heiß diskutierte Kulturflatrate gebrochen. Allerdings sieht der Schriftsteller in dem Modell weniger ein Mittel zur Legalisierung von Filesharing geschützter Werke. Mit der Einführung der neuen Pauschalgebühr “zahlen wir für ein qualitativ hochwertiges Internet”, sagte Brussig bei einer Podiumsdiskussion am Mittwochabend beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Berlin. Die ihn weniger überzeugende Alternative sei ein Medium voller Mautstationen, in dem der Nutzer vor fast allen Inhalten zur Kasse gebeten werde….. mehr bei Heise.de

Kategorie(n): Allgemein

Champagnerblogger

Das Bloggerecho, das die konventionelle Vodafone-Kampagne von Scholz&Friends hervorruft, spricht nicht für die Szene. Haben die deutschen Blogger nichts Besseres zu tun und keine interessanteren Blogthemen? In welcher Welt leben wir denn, dass Populisten wie die Heidi Klum der Netzwelt, Sascha Lobo, und sein Geschäftsmodell (Werbemodell!) so eine Beachtung finden? Ist es Neid, weil Lobo sich als Blogger traut, Geld zu verdienen? Ist es Faulheit, weil einer, der sich zeigt wie Lobo, angreifbar ist und man ihn bequem angreifen kann? Ist es Langeweile oder gar Arbeitslosigkeit? Wer so etwas zum „Lobo-Spot“ als Kommentar bei YouTube einstellt, ist vielleicht gefährlich, auf  jeden Fall ist der Text aber des Netzes unwürdig: „Scheiß Kommerzgandalf, den sollte man direkt Erschießen zusammen mit den Bastarden von Vodafon“.

Vodaphone-Kampagne 7-9

Wenn andere Blogger sich freiwillig kasteien, offline oder in dunklen Räumen jenseits von Filmbeleuchtung leben und arbeiten, ist das genauso ihre Sache, wie es Lobos Sache ist, als „Blogger, Autor und Strategieberater“ (Zitat: Lobo im Vodafone-Spot) oder im BVG-Bus fahrend seine Brötchen zu verdienen. Sind die darbenden die besseren Blogger oder was? Vermissen die Blogger eine souveränere, öffentliche Vertreterin, als Lobo sie abgibt, in der Öffentlichkeit, und beschimpfen sie Lobo deshalb? Bei der Umfrage von Internetworld.de stimmten am 28. Juli 2009 64% der Frage zu, ob Blogger “ihre Authentizität” durch Werbeverträge auf Spiel setzten. Nur 36% stimmten dagegen. Lobo im Vodafone-Bus ist für viele also nicht mehr derselbe Lobo, der bloggt? Nun ja, für mich schon.

Klar können nur öffentlich bekannte Leute wie die Netz-Klums ihre Gedanken (Blogtexte) oder Aktionen (Spots) evtl. zu Geld machen. Nur „Stars“ wie Cory Doctorow und Chris Anderson (zu seinem irreleitenden Buch FREE s. u.), die ihre Bücher gegen Geld verkaufen und für Vorträge hohe Honorare einsacken, können es sich auch erlauben, Gratisdownloads ihrer Bücher gewinnbringend bereitzustellen und auf Konferenzen kurzsichtige, bzw. blinde These zu verzapfen wie die, Content müsse stets gratis sein. Erkennt der Bloggermittelbau nicht, dass diese Jungs sie (pardon) verarschen? Die Klums à la Doctorow und Anderson läßt man ungeschoren das eine erzählen und das andere machen, also einerseits predigen, gratis sei geil, aber andererseits mit solchen Thesen auf Vorträgen und mit Verkaufscontent reich werden. Im Eichborn-Verlag erschien gerade mein Buch zum Thema: „No Economy – Wie der Gratiswahn das Internet zerstört“. Doch meine Idee, aus der Community heraus jenseits von Monopolisten wie Google, Amazon, Ebay etc. Peer2Peer-Märkte für Content im Netz zu erschaffen, ist noch zu wenig populär - in 1-2 Jahren aber bestimmt. Noch schwimmen alle auf der Downsizing-Welle, was auch o.k. ist. Aber wieso muss man so intolerant sein und Andersdenkende/-handelnde angreifen? Soll Sascha Lobo doch jahrelang für Vodaphone Bus fahren und sich danach mit Champagner sowie mit Girls und/oder Games im Ritz Carlton einmieten oder gleich nach Monaco auswandern, falls die Gage das hergäbe…. Wer bitte hat was warum dagegen? Sascha Lobo sagt ja nicht mal, dass er für Gratiskultur sei, er betreibt keine Augenwischerei wie Chris Anderson. Lobo ist eigentlich ein guter Blogger.

PS: Die Verlierer von Lobos Vodafone-Busfahrerei sind Vodafone, Scholz&Friends, und alle, die ihre Zeit (Es ist Deine Zeit) mit Kommentaren zu diesem Spot verplempern. Lobo verliert nicht. Man spricht über ihn, und seine Tagesgagen steigen.

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Spielplatz oder Marktplatz - Bonustext

We live in an amazing time! The world is getting flatter, the tail longer, and everything is free.
Amerikanischer Blogger, 2008

Von der Geburt des Internet an begleiten es Fragen zu dessen Kommerzialisierung. Seit das Internet, das WWW und andere digitale Errungenschaften von staatlich finanzierten Wissenschaftlern aus den USA und Europa geschaffen und der Öffentlichkeit zur freien Verfügung gestellt wurden, profitieren Menschen aus aller Welt von ihnen. Einig sind sich bis jetzt alle vor allem darin, dass die Digitalisierung ehemals analoger Prozesse Zeit und Kosten spart. Dank E-Procurement, E-Supply Chain Management, E-Customer Relationship Management, E-Marketing, Online-Konferenzen, E-Training, E-Mailing und E-Commerce können Unternehmen der Old und New Economy hohe Kosten sparen. Das Web dient ihnen vor allem als Aufwandsvermeider. Doch wenige sehen im Web auch einen Wertegenerator. Die digitalen Texte, Töne, Bilder, Filme und Games, die das WWW neben den Infrastrukturen und Online-Diensten für seine Nutzer bereithält, werden konsumiert wie Regen, der vom Himmel fällt, was sich auch darin zeigt, dass dafür in der Regel nicht bezahlt wird. Mit der ständigen Verfügbarkeit und der Gelegenheit zum kostenfreien, legalen oder illegalen Downloaden, Kopieren und Weiterbearbeiten, verliert sich die Beziehung zur Werthaltigkeit digitaler Leistungen. Damit sinken für all diejenigen die Chancen, über das WWW erfolgreiche Geschäftsmodelle aufzubauen.
Warum das WWW noch immer mehr einem Spiel- als einem Marktplatz gleicht, hat mit seinen Wurzeln zu tun. Das Internet und das World Wide Web sind zwar nicht gerade spielerisch entstanden und schon gar nicht zum Zweck der Unterhaltung, jedoch unter der paradiesischen Prämisse, sich nicht rechnen zu müssen. Waren es anfangs staatliche Einrichtungen wie das US-Verteidigungsministerium, US-Hochschulen oder europäischen Forschungsinstitutionen, so sind es heute außer dem Staat auch Stiftungen, Finanzinvestoren und werbetreibende Unternehmen, die für die Reichtümer des Web aufkommen. Die Notwendigkeit, für digitale Infrastrukturen oder Produkte wie digitale Texte, Töne, Bilder oder Bewegtbilder einen Markt zu schaffen, hat es aufgrund großzügiger Querfinanziers bisher nicht gegeben.

Weiterlesen? Zum Download des vollständigen Textes: “Spielplatz oder Marktplatz” von Prof. Dr. Gisela Schmalz.

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Klare Verhältnisse (These 11)

Im WWW sind die wirtschaftlichen Prozesse weitgehend transparent, wozu auch Klarheit über die Quellen und Urheber bestimmter, digitaler Leistungen gehört.

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Kategorie(n): YES ECONOMY (Wie Nachhaltigkeit im Netz gesichert werden kann)

Individuell, gemeinsam, offen (These 15)

Nichts geht in einer YES ECONOMY ohne die Nutzer/Anwender/Konsumenten. Sie bestimmern nicht länger bloß die Konsum- sondern zunehmend auch die Produktions- und Distributionsprozesse. Open Innovation, Mass Customization und Crowdsourcing prägen das WWW von heute und der Zukunft, weshalb Unternehmen/Onlineunternehmen/Onlineanbieter ihre Strukturen mehr und mehr für (onlinekompetente) Nutzer und Pronliner mit eigenen Geschäftsmodellen öffnen müssen. Nutzer und Anbieter werden künftig zu Partnern, wenn sie nicht schon, wie die Pronliner, beides in Userunion sind.

Berlinkaraoke ©gs

Kategorie(n): YES ECONOMY (Wie Nachhaltigkeit im Netz gesichert werden kann)

Asymmetrien (These 5)

Einige Onlineunternehmer verwenden fremderstellte Webtechnologien und Inhalte als Werbeumfelder, ohne die Urheber an den Umsätzen zu beteiligen, wobei die Urheber das aber auch oft nicht einfordern.

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Kategorie(n): NO(GO) ECONOMY (Warum im Netz kein fairer Markt existiert)

Alle Macht den Filtern (These 7)

Der Wunsch nach und die Abhängigkeit von Ordnungskriterien und/oder Filtersystemen (wie Suchmaschinen) im WWW steigt und damit die Macht von Anbietern, die Informations- und Datenverteilmaschinen anbieten.

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Macht durch Marke (These 8)

Umsatzstarke Onlineplayer investieren in Markenbildung. Sie sorgen dafür, dass ihre Marken bekannt werden und sich leicht finden lassen. Sie wissen, dass Nutzer sich bei zunehmendem Datenwust eher an den bekannten, großen Webmarken orienteren, als das Netz nach Kleinanbietern oder Webneulingen zu durchforsten. Die (nur wenigen) starken Marken im Netz dienen Nutzern als bewährte Wegweiser, als Filter und Qualitätsgaranten.

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Netz der Monopole (These 10)

Eine NO ECONOMY begünstigt die Entstehung von Monopolen: in einem Web ohne Regeln, ohne Preise und ohne Urheberschutz können umsatzstarke Onlineunternehmer auf Basis der Gratisleistungen Dritter, etwa  kreativer Hobbyuploader, oder durch den Kauf professioneller Onlineleistungen starke Marken schaffen. Diese wirken dann im Web wie Filter und ziehen nicht nur die Aufmerksamkeit von Endnutzern auf sich, sondern auch die von Werbekunden und anderen Investoren.

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Monopoly (These 11)

Markenanbieter ziehen die meisten Nutzer und Werbekunden oder Kapitalinvestoren auf ihre Webseiten, generieren höhere (Werbe-)Umsätze, kaufen mehr digitale Qualitätsleistungen ein (Technologien, Content), investieren noch mehr in Markenbildung, ziehen noch mehr Nutzer und Werbekunden an und verdrängen konsequent unbekannte Kleinanbieter. In dieser Aufwärtsspirale entwickeln sich Webmonopolisten.

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